Grundsätzliches
Damit Dein Router am Freifunknetz teilnehmen kann, ist es notwendig eine spezielle Software, die sog. Freifunkfirmware auf den Router zu installieren. Dieser Vorgang wird oft auch flashen genannt.
Firmware auswählen
Die aktuelle Freifunkfirmware zum erstmaligen flashen des Routers findest Du hier . In seltenen Fällen ist es sinnvoll eine ältere Firmwareversion einzusetzten. Diese findest Du hier.
Wichtig: Ist Dein Router noch mit der Originalfirmware des Herstellers versehen, mußt Du die zu Deinem Routermodell passende Firmware wählen! Für den Linksys WRT54GS ist das z.B. die openwrt-gs-freifunk-de.bin. Wenn sich bereits eine FF-Firmware darauf befindet, kann die allgemeine .trx verwendet werden. Eine Aufschlüsselung, welche Firmwaredatei zu welchem Router passt, findest Du hier.
Die letzten Buchstaben des Dateinamens geben die Geschmacksrichtung der Weboberfläche an. Wähle -de für die deutsche Version und lade sie auf Deinen PC herunter.
Vorbereiten des Routers
Nach dem Herunterladen der Firmwaredatei (.bin bzw. .trx) auf Deinen Rechner, musst Du eine Netzwerkverbindung mit Deinem Router herstellen.
Die meisten Router sind vom Hersteller aus auf die IP-Addresse 192.168.1.1 eingestellt. Ausnahme bilden die Buffalo WHR-G54S. Diese sind auf die Addresse 192.168.11.1 konfiguriert. Verbinde deinen PC und den Router mit einem Netzwerkkabel und konfiguriere Deinen Computer auf 192.168.1.2 bzw beim Buffalo 192.168.11.2. (Ich schreibe im Folgenden der Einfachheit immer 192.168.1.1. Wenn Dein Router auf die 192.168.11.1 hört, ändere die folgenden Schritte entsprechend.)
Starte Deinen Router und öffne eine Kommandozeile (unter Windows: Start→Ausführen→cmd) und gebe dort ein:
ping 192.168.1.1 -t
In der Kommandozeile müssen jetzt Antworten von Deinem Router anzeigt werden. Lass das Fenster offen und Ping laufen.
Dein PC ist soweit vorbereitet. Jetzt muss der Router überredet werden, eine neue Firmware anzunehmen. Dies ist für alle Hersteller etwas unterschiedlich:
ASUS WL500G de Luxe und Premium
Die Stromzufuhr für den Router unterbrechen und bei gedrückter Resettaste (hinten im Gehäuse versenkt) wieder verbinden und die Resettaste dabei festhalten bis vorne eine der LEDs im Sekundentakt blinkt. Der Router wartet jetzt bis zum nächsten Neustart auf eine neue Firmware.
Buffalo WHR-G54S
Die Stromzufuhr für den Router unterbrechen und wieder herstellen. Nachdem die LEDs an den LAN-Anschlüssen hinten am Router erloschen sind, wartet dieser ein bis zwei Sekunden auf eine neue Firmware.
Das Zeitfenster ist mit ein bis zwei Sekunden aber sehr klein! Es kann also sein, dass Du den Abschnitt „Flashen der Firmware“ mehrfach versuchen musst. Ein einfacher Switch oder Hub, den Du zwischen Deinen PC und deinen Router steckst, kann sehr hilfreich sein: Oft dauert es zu lange, bis die Netzwerkkarte Deines PCs mitbekommt, dass es eine elektrische Verbindung gibt. Wenn dann endlich die ersten Pakete fließen, ist das kurze Zeitfenster des Buffalos schon wieder vorbei.
Alternativ benutze diese Anleitung:
23 - Punkte - Plan:
Buffalo WHR-G54S mit original Buffalo-Firmware auf Freifunkfirmware upgraden (flashen)
- Upgradesoftware TFTP (tftp.exe) downladen und installieren.
- Aktuelle Freifunkfirmware ( version *.trx ) von download.berlin.freifunk.net herunterladen und in einem Verzeichnis ablegen.
- Netzwerkkarte des PCs mit einer der vier LAN-Buchsen (nicht die WAN-Buchse) des Routers über ein Netzwerkabel verbinden.
- Netzstecker des Routers in die Steckdose
- Router startet
- Netzwerkverbindung wird in der Taskleiste auf dem Windows-Desktop angezeigt
- Überprüfung der Hersteller-IP des Buffalo-Routers (http://192.168.11.1) im Browser.
- Buffalo-Firmware öffnet sich und kann wieder geschlossen werden.
- In den Eigenschaften der Netzwerkkarte des PCs dieser eine feste IP-Adresse zuweisen (192.168.11.2).
- Danach eventueller Rechnerneustart
- Die Windows (DOS) - Eingabeaufforderung öffnen (WinXP: Start/Ausführen/„cmd“/OK) und den ping-Befehl
ping 192.168.11.1 -teingeben, aber noch nicht ausführen. - Die Upgradesoftware TFTP aus Punkt 1 starten.
- In der Upgradesoftware TFTP den vom Hersteller vorgegebenen Username „root“ , kein Kennwort und die IP-Adresse des Routers (192.168.11.1) eintragen sowie die im Punkt 2 heruntergeladene Freifunkfirmware suchen und „öffnen“.
- Netzstecker des Routers aus der Steckdose ziehen und wieder einstecken, warten bis die LAN-Buchsen (außer die, in der das Netzwerkkabel steckt) ausgehen und mit „upgrade“ des TFTP-Programmes den Router flashen.
- Es kann sein, dass man mehrere Versuche benötigt, da der Flash-Vorgang nur in einer kurzen Zeitspanne während des Routerstarts möglich ist.
- Der blaue Ladebalken zeigt die Durchführung des Flashvorgangs an.
- In die geöffnete Windows (DOS) – Eingabeaufforderung wechseln und den in Punkt 11 eingegebenen Ping-Befehl mit ENTER ausführen.
- Der Buffalo-Router meldet sich nach einiger Zeit. Vorher wird im DOS-Prompt immer die Meldung „Zeitüberschreitung“ angezeigt. Es kommt zu einem kurzen Wechsel zwischen der entstandenen Rückmeldung und der Meldung „Zeitüberschreitung“. Die zweite Rückmeldungsserie des Routers bleibt dauerhaft.
- Nach dauerhafter Rückmeldung des Routers kann die Windows (DOS) - Eingabeaufforderung geschlossen werden.
- Im Browser die IP- Adresse des Routers (http://192.168.11.1) eingeben und ausführen.
- Die Freifunkfirmware öffnet sich ( Benutzername: „root“ , Paßwort : „admin“ )
- Die Einstellungen der Netzwerkkarte die im Punkt 9 geändert wurden, auf die ursprünglichen Einstellungen zurücksetzen.
- Frei funken
Linksys WRT54 G, GS und GL
Etwa ein bis zwei Sekunden nachdem Du die Stromzufuhr für den Router unterbrochen und wiederhergestellt hast, wartet er auf eine neue Firmware. Das Zeitfenster ist mit ein bis zwei Sekunden aber sehr klein! Es kann also sein, dass Du den Abschnitt „Flashen der Firmware“ mehrfach versuchen musst.
Ein einfacher Switch oder Hub, den Du zwischen Deinen PC und deinen Router steckst, kann sehr hilfreich sein: Oft dauert es zu lange, bis die Netzwerkkarte Deines PCs mitbekommt, dass es eine elektrische Verbindung gibt. Wenn dann endlich die ersten Pakete fließen, ist das kurze Zeitfenster des Linksys schon wieder vorbei.
Linksys WAP54G
Der WAP54G ist der kleine Bruder des WRT54. Er besitzt meist weniger Speicher (laut OpenWRT Hardware-Tabelle) und nur einen Ethernetanschluss.
Beim Flashen des WAP54G gibt es einige Stolperfallen. Er bietet zwar die Möglichkeit eine neue Firmware über sein Webinterface zu installieren, verweigert dies aber beim Versuch die Freifunk-Firmware aufzuspielen. Zum anderen kann man ihn nicht einfach per tftp flashen, da er beim Einschalten im Gegensatz zum WRT54 oder dem Buffalo nicht wartet um eine neue Firmware entgegen zu nehmen. Folgende Schritte führen dann aber doch zum Erfolg:
- Wenn ihr die IP-Adresse und/oder die Zugangsdaten zum Gerät nicht (mehr) kennt, stellt ihn auf die Werkseinstellungen zurück (Strom aus, Resettaster gedrückt halten und Strom wieder einschalten).
Die Standard-IP-Adresse des WAP54G ist dann die 192.168.1.245
Die Zugangsdaten für das Webinterface sind dann: Benutzername: <nichts> und Passwort: admin - Wenn ihr auf die Weboberfläche kommt, geht danach auf http://192.168.1.245/fw-conf.asp.
Auf der Seite muss Firmware Downgrade Header (so oder so ähnlich heißt die Einstellung) auf disabled gestellt werden. Der Linksys prüft danach nicht mehr, ob man ihm eine ältere Firmware unterjubeln will. - Jetzt kann OpenWRT auf dem Linksys über die Weboberfläche installiert werden. Ladet euch dazu OpenWRT WhiteRussian RC6 herunter. Geht in der Weboberfläche des Linksys auf Help und dann Firmware Update.
Vielleicht funktioniert bei euch an dieser Stelle schon das Flashen mit der Freifunk-Firmware. Bei dem Gerät, das uns vorlag, funktionierte es leider nicht. - Ist der Linksys mit OpenWRT versorgt, geht ihr mit Telnet auf den AP (Eingabeaufforderung unter Windows/Terminal oder Konsole unter Linux und dann telnet 192.168.1.245 eingeben)
Ihr solltet nun auf der Konsole des Linksys sein. Gebt dort nvram set boot_wait=on und danach noch nvram commit ein. Dies bewirkt, dass der Linksys nun beim Booten ca. 5 Sekunden auf ein neues Firmware-Image per tftp wartet. - Wenn ihr ganz sicher sein wollt, dass der Linksys beim Booten auch wartet, gebt in der Telnetsitzung reboot ein. Nach dem Neustart des AP verbindet ihr euch wieder per Telnet zu ihm und gebt dann nvram show | grep boot_wait ein. Es sollte boot_wait=on ausgegeben werden.
- Jetzt könnt ihr wie weiter oben beim Buffalo beschrieben, die Freifunk-Firmware flashen.
Also Strom aus, tftp vorbereiten, Strom wieder an, warten bis die orangene LED vorne leuchtet und dann tftp starten.
Motorola WHR 850G
Der Motorola lässt sich über die Weboberfläche der Originalfirmware flashen. Diese erwartet ein Firmwareimage mit vorangestelltem Header, also eine *.bin - akzeptiert sie aber nur - wenn sie auf *.trx umbenannt wurde. Über TFTP funktioniert es ebenfalls - allerdings nur über den WAN-Port unter 192.168.10.1. Auch hier ist ein .bin File (mit acht Bytes vor „HDR0“) notwendig. Ist schon eine Freifunkfirmware installiert - ist eine echte, nicht unbenannte *trx zu verwenden.
alle Anderen
Schaue unter Hardwaretabelle des Openwrt-projekts nach, ob Du eine Anleitung findest. Diese Router funktionieren nicht mit der Freifunkfirmware, aber mit seinem Stammvater OpenWRT. Für Bastler ein reines Vergnügen die für Freifunk benötigte Software zu installieren. Allen Anderen rate ich dringend ab.
Flashen der Firmware
Öffne eine weitere Kommandozeile und positioniere sie so, dass Du die mit dem Ping, als auch die Neue im Blick hast. In der neuen Kommandozeile trägst Du den Befehl
tftp -i 192.168.1.1 put openwrt-freifunk-<versionsnr>-de.trx
ein. Dabei muß sich natürlich die Datei in dem Verzeichnis befinden, von wo aus der Befehl gestartet wird. Versetze Deinen Router wie gerade erklärt in den tftp-Modus und schicke den Befehl mit der Eingabetaste ab, sobald Du die erste Antwort auf den Ping in der anderen Kommandozeile siehst.
Je nach Glück, Geschick und Modell sind hierfür mehrere Versuche notwendig. Du erkennst eine geglückte Übertragung an dem hecktischen Blinken der LED für den entsprechenden LAN-Anschluss.
Nach dem Übertragen der Firmware gehst Du am besten einen Kaffee trinken. Je nach Model brauchen die Geräte fünf bis zehn Minuten um die Firmware zu verdauen. Während dieser Zeit dürfen sie nicht vom Strom getrennt werden. Die Firmware ist installiert, wenn das Gerät wieder auf Pings antwortet oder sich die Weboberfläche (im Browser http://192.168.1.1 eingeben) laden lässt.
Antwortet der Router auch nach zehn Minuten nicht auf Pings, dann starte den Router neu. Lässt sich die Weboberfläche nicht laden, dann versuche den Router erneut über TFTP zu flashen. Klappt auch dies nicht, überprüfe ob Du die richtige Firmware verwendet hast.
Weitere Literaturhinweise
- - Ein Videotutorial zum Thema Flashen via tftp mit Windows

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